SPORT BZA · ERNÄHRUNG & MEDIEN

Super Size Me

Fast Food. Grosse Bilder. Kritische Fragen.

DEIN AUFTRAG · FILM ANALYSIEREN · STICHWORTE SAMMELN · URTEIL BEGRÜNDEN

Wie überzeugend ist ein Selbstversuch?

Im Dokumentarfilm «Super Size Me» ernährt sich Morgan Spurlock während 30 Tagen ausschliesslich von Produkten einer Fast-Food-Kette. Der Film begleitet seinen Selbstversuch und untersucht Werbung, Portionsgrössen und die Rolle der Lebensmittelindustrie.

Du schaust mit zwei Blickwinkeln hin: Was erzählt der Film über Ernährung? Und wie versucht er, dich zu überzeugen?

Dein Auftrag

Filmcover von Super Size Me
Schau zuerst auf das Cover – noch bevor du den Film startest.
  1. Cover entschlüsseln: Notiere zwei auffällige Gestaltungselemente. Welche Erwartung wecken Bild und Titel bei dir?
  2. Gezielt schauen: Lies die drei Filmaufträge unten. Schau den Film oder den mit der Lehrperson vereinbarten Ausschnitt und sammle passende Stichworte.
  3. Einordnen: Bearbeite die Karte «Was lässt sich daraus schliessen?». Unterscheide zwischen einer Beobachtung im Film und einer allgemeinen Aussage.
  4. Position beziehen: Formuliere dein Kurzurteil nach der Vorlage am Schluss. Zeige deine Notizen der Sportlehrperson und erläutere eine ausgewählte Filmszene.

Dein Ziel: Du kannst Aussagen über Ernährung hinterfragen und erklären, wie ein Film seine Botschaft vermittelt.

Wichtig zur Einordnung: Der Film stammt aus dem Jahr 2004. Seine Zahlen, Angebote und gesellschaftlichen Beispiele beschreiben die damalige Situation. Der Selbstversuch mit einer Person ist keine kontrollierte wissenschaftliche Studie. Prüfe deshalb, welche Schlussfolgerungen die gezeigten Beobachtungen tatsächlich erlauben. Der Versuch ist keine Aufgabe zum Nachmachen.

Film ab – mit Beobachtungsauftrag

Vereinbare mit deiner Lehrperson, ob du den ganzen Film oder einen Ausschnitt anschaust. Für den vollständigen Film kann mehr als eine Sportlektion nötig sein. Notiere bei wichtigen Szenen möglichst die ungefähre Zeitangabe.

Falls der Film hier nicht startet: Super Size Me auf Vimeo öffnen ↗

Deine drei Filmaufträge

Öffne die Karten und bearbeite sie mit kurzen Stichworten. Du brauchst keinen Fliesstext. Wenn ein vereinbarter Ausschnitt eine Frage nicht beantwortet, notiere «im Ausschnitt nicht gezeigt».

01 · Den Versuch verstehen
  1. Absicht: Was möchte Spurlock mit dem Versuch zeigen oder untersuchen?
  2. Ausgangslage und Regeln: Wie wird sein Gesundheitszustand zu Beginn dargestellt? Notiere drei Regeln des Versuchs.
  3. Veränderungen: Halte zwei im Film berichtete Veränderungen fest. Unterscheide dabei zwischen einem Messwert und einer persönlichen Empfindung.
02 · Werbung und Umfeld entdecken
  1. Kundschaft gewinnen: Finde zwei Beispiele dafür, wie Unternehmen ihre Angebote attraktiv machen. Denke etwa an Preise, Portionsgrössen, Figuren oder Werbung.
  2. Entscheidungen beeinflussen: Wähle ein Beispiel und erkläre, wie es die Auswahl oder die gekaufte Menge beeinflussen könnte.
  3. Verantwortung teilen: Was können Einzelpersonen entscheiden? Was können Unternehmen oder Schulen beeinflussen? Notiere je ein Beispiel.
03 · Die Wirkung des Films prüfen
  1. Filmische Mittel: Beschreibe eine Szene, in der Musik, Schnitt, Humor, Bilder oder Interviews eine deutliche Wirkung auf dich haben.
  2. Beleg oder Meinung? Nenne eine Aussage aus dem Film. Wird sie durch Daten belegt, von einer Person beurteilt oder nur angedeutet?
  3. Zurück zum Cover: Passt das Cover zur Botschaft des Films? Begründe mit einem Gestaltungselement und einer Filmszene.
Was lässt sich daraus schliessen?

Überlege zuerst selbst: Der Film zeigt Veränderungen bei einer Person. Beweist das, dass jede Person nach einer einzelnen Fast-Food-Mahlzeit dieselben Folgen erlebt?

Einordnung anzeigen

Nein. Ein Selbstversuch kann Fragen aufwerfen und Beobachtungen zeigen. Ohne Vergleichsgruppe und kontrollierte Bedingungen lässt sich daraus nicht eindeutig ableiten, welcher einzelne Faktor eine Veränderung verursacht hat. Die Ergebnisse lassen sich auch nicht einfach auf alle Menschen übertragen.

Frage zum Beispiel: Welche Rolle könnten die gesamte Essmenge, die Zusammenstellung der Mahlzeiten, Bewegung oder weitere Lebensumstände spielen? Welche Angaben fehlen, um das beurteilen zu können?

Deine Prüfungsfrage an den Film: Formuliere eine Frage, die du dem Regisseur stellen würdest, bevor du seine Schlussfolgerung übernimmst.

Und was bedeutet das für den Alltag?

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung betont eine abwechslungsreiche Ernährung und genussvolles Essen. Entscheidend ist das Ernährungsmuster über längere Zeit – eine einzelne Mahlzeit beschreibt nicht die gesamte Ernährung einer Person.

Deine Mini-Challenge: Stelle eine schnelle Mahlzeit zusammen, die dir schmeckt und Gemüse oder Früchte, eine Stärkebeilage sowie eine Proteinquelle enthält. Ergänze ein ungesüsstes Getränk. Ein Beispiel findest du bei der SGE.

Ideen zum ausgewogenen Teller öffnen ↗

Respektvoll bleiben: Beurteile Aussagen, Werbung und Rahmenbedingungen. Körperformen oder das Essverhalten von Mitschülerinnen und Mitschülern sind kein Gegenstand dieses Auftrags. Persönliche Gesundheitsangaben musst du nicht machen.

DEIN FILMURTEIL

Überzeugend? Entscheide mit Begründung.

Vervollständige diese drei Sätze. Je ein bis zwei Sätze reichen:

  1. Der Film regt zum Nachdenken an, weil …
    Nenne eine konkrete Szene als Beispiel.
  2. Eine Grenze seiner Aussagekraft ist …
    Erkläre, was der Selbstversuch nicht beweisen kann.
  3. Für eine schnelle, abwechslungsreiche Mahlzeit schlage ich … vor, weil …
    Nutze deine Idee aus der Mini-Challenge.

Abschluss: Ergänze Name und Klasse auf deinen Notizen. Zeige sie deiner Sportlehrperson am Ende der vereinbarten Arbeitszeit. Erläutere kurz dein Filmurteil und deine Frage an den Regisseur.

Quellen und weitere Informationen